Geschichte

In der Kremmener Region hat der Pferdesport eine lange Tradition. Bereits Theodor Fontane erwähnte in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg das Hahnenreiten. Junge Bauernburschen ritten nach der Ernte um Lorbeeren. Als sich in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Land Brandenburg die ersten Pferdesportvereine bildeten, kamen auch in Groß-Ziethen die Jugendlichen der Region zusammen, um das Einmaleins des Reitens zu erlernen. Zu den ersten Turnieren nach Börnicke oder Neustadt/Dosse wurde noch hin geritten.


1973 wurde mit Hilfe der landwirtschaftlichen Genossenschaft in der Region die BSG Pferdesport Kremmen aus der Taufe gehoben.  Auf dem bäuerlichen Hof von Herbert Hornemann in Staffelde fanden Reiter und Pferde ihr Domizil. Tierarzt Dr. Dieter Schramm, LPG-Vorsitzender Rudi Bienek, Hermann Maeker aus Flatow und Georg „Teddy“ Bredemeyer aus Börnicke brachten den Verein voran, der bald auf 60 Mitglieder anwuchs. Mit Hilfe der LPG wurde auf einer alten Hühnerfarm ein großzügiger Reitplatz angelegt. Herbert Hornemann, der in den Vorkriegsjahren zu den aktivsten Reitern der Region gehört hatte, betreute mit seiner Frau über ein Jahrzehnt die Pferde. Später übernahmen der Sommerfelder Helmut Schulz und der Flatower Günter Buchholz diese Aufgaben.


Übungsleiter Hermann Maeker, Annegret Schramm, Maria Buchholz – um nur einige zu nennen – trainierten in den siebziger und achtziger Jahren regelmäßig die Kinder und Jugendlichen auf dem Dressur- und Springplatz sowie an der Longe. Sportliche Erfolge blieben nicht aus. Bei den Kreisspartakiaden gab es für die Staffelder Teilnehmer immer reichlich Edelmetall. Neben einigen Meisterehren im Bezirk Potsdam belegte die Voltigiergruppe sogar den siebenten Platz bei der DDR-Meisterschaft.

 

 

Die alle zwei Jahre in Staffelde stattfindenden Reitturniere wurden immer zu einem geselligen Höhepunkt des Dorfes. Aus der Betriebssportgemeinschaft Kremmen ging nach der politischen Wende der Reit- und Fahrverein Staffelde e. V. hervor. Durch den hohen jugendlichen Anteil riss die Erfolgskette nicht ab. Vier Kinder besuchten 1993 das Euro-Pony-Camp in Frankreich. Staffelder Jugendliche nahmen an Berlin-Brandenburger Landesmeisterschaften teil, ritten auf Turnieren um den Ludger-Beerbaum-Cup und in der Deutschlandhalle sowie im Velodrom mehrmalig um den Berliner Volksbank-Pokal. 1997 belegte die Staffelder Mannschaft beim CHI Reitturnier im Berliner Velodrom den zweiten Platz. Das Quartett mit Simone Simon (Eyko), Doreen Bock (Winnetou), Susann Pieler (Komiker) und Andreas Buchholz (Kurfürst) wurde vom Publikum sogar zum Sieger gekürt.

 

 

 

Neben sportlichen Wettkämpfen bot der Verein auch zahlreiche gesellige Veranstaltungen im Verein an. Höhepunkt zum Abschluss der Saison waren stets die Reitjagden. Zu den prominenten Gästen, die Staffelder Jugendliche hier trainierten, gehörten beispielsweise schon Dressur-Olympiasiegerinnen Nicole Uphoff und Isabell Werth sowie die international erfolgreichen Springreiter Thomas Fuchs (Schweiz) und Meredith Michaels-Beerbaum (USA).
Derzeitiges Vereinsziel ist die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen im Voltigieren, dem Turnen auf einem sich an einer Longe bewegenden Pferd. Beim Voltigieren werden neben den verschiedenen Bewegungsfertigkeiten (wie Gleichgewicht, Haltung, Konzentration und Rhythmusgefühl) die sozialen Verhaltensweisen, das Einfühlungsvermögen, Vertrauen und die Selbständigkeit der Kinder gefördert.

Der Sitz des Vereins ist seit 2001 auf dem Reiterhof "Am Dompfuhl" im Staffelder Triftweg 4 A. Der Betreiber der Anlage, Matthias Herzberg, einst selbst Voltigierer und erfolgreicher Teilnehmer an den DDR-Meisterschaften, ist noch heute Vereinsmitglied und weiß den Reiz dieser faszinierenden Sportart mit dem lebenden Sportgerät Pferd zu schätzen. So könnten das Vereinsleben, das Training und die perfekte Versorgung des Pferdes ohne seine Unterstützung nicht existieren.

Das Voltigiertraining unter der Leitung von Susanne Diderich und Heike Kirstein, damalig ebenfalls Teilnehmer an den DDR-Meisterschaften, wurde bis November 2015 auf dem Vereinspferd Tarok durchgeführt. Aufgrund einer Fraktur musste unser Pferd am 23. November 2015 unerwartet und zum bedauern aller aktiven und passiven Vereinsmitglieder in der Pferdeklinik Seeburg eingeschläfert werden.

Der Verein war bislang auf der Suche nach einem neuen Voltigierpferd, um das Voltigieren fortführen zu können. Frau Monika Berkenbusch hat uns glücklicherweise ihren zuckersüßen Odi zur Verfügung gestellt, so dass das wöchentliche Training sichergestellt werden konnte.

Durch das gemeinsame Engagement der Vereinsmitglieder und dem Vorstand konnte im November 2016 der Kauf eines neuen Vereinspferdes ermöglicht werden. Unser neues Voltigierpferd Casanova ist ein Glücksgriff und soll der einjährigen langen Zeit ohne Vereinspferd ein Ende setzen.